Donnerstag, 12.11.2020 / 19.30 Uhr / Norman Ohler – Harro und Libertas

Lesung: Norman Ohler – Harro und Libertas: Eine Geschichte von Liebe und Widerstand

Liebe und Widerstand in Hitlers Berlin. Im April 1933 wird Harro Schulze-Boysen, der 23-jährige Herausgeber der unabhängigen Zeitschrift Gegner, von der SS verhaftet und schwer misshandelt. Sein bester Freund, der Jude Henry Erlanger, überlebt die Torturen nicht. Fortan sinnt Harro auf Rache. Als er ein Jahr später die bezaubernde Libertas aus einer alteingesessenen deutschen Adelsfamilie trifft, ist es nicht nur um die beiden geschehen, sondern gemeinsam knüpfen sie ein Netzwerk, das sich länger als jede andere Gruppierung dem Naziterror entgegenstellt. Bis zur Entdeckung der Gruppe – von der Gestapo »Rote Kapelle« genannt – im Sommer 1942 vereinen Harro und Libertas über 150 meist junge, häufig künstlerisch veranlagte Menschen, wobei Frauen mit 40 Prozent stark repräsentiert sind – eine Besonderheit im deutschen Widerstand. Unterstützung für jüdische Freunde, geheim verbreitete Flugschriften, eine spektakuläre Zettelklebeaktion im Herzen Berlins sowie die Weitergabe militärischer Informationen aus Harros Dienststelle, dem Reichsluftfahrtministerium, an die Alliierten gehören zu ihren zahlreichen, brandgefährlichen Aktionen. Gleichzeitig leben Libertas und Harro einen offenen Liebes- und Lebensstil und weigern sich, ihre Freiheiten, auch was das intime Zusammenleben betrifft, der rigiden NS-Moral unterzuordnen. Es ist der Widerstand der Berliner Bohème.

Norman Ohler, 1970 geboren, ist der Autor von vier von der Presse gefeierten Romanen und zwei Sachbüchern. Mit dem erzählenden Sachbuch »Harro & Libertas« (2019) behandelt Norman Ohler erneut einen bislang nur unzureichend gewürdigten Stoff aus dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte.

Gefördert von der Schaumburger Landschaft e.V.

Kooperation: GEW & IGM SHG, Verein ehemalige Synagoge e.V.

Veranstaltungsort: Ratsgymnasium

Info: normanohler.de